Peter Süßbier-Meine Meinung: Inklusion an Schulen – die nächste Bildungskatastrophe

Peter Süßbier-Meine Meinung: Inklusion an Schulen – die nächste Bildungskatastrophe

Nach zahlreichen Gesamtschul- und Gemeinschaftsschulexperimenten und dem sogenannten „jahrgangsübergreifenden Lernen“ (JüL; gelegentlich „Flex-Klassen“ genannt) hält seit geraumer Zeit ein weiteres Schulexperiment zu Lasten der betroffenen Schüler Einzug an bundesdeutschen Bildungseinrichtungen: Im Rahmen der „Inklusion“ (wörtlich: „Einschließung”) sollen dabei behinderte und nichtbehinderte Kinder und Schüler gemeinsam unterrichtet werden. Um die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen, sollen gemeinsame Klassen gebildet und die bisher bestehenden Förder- und Sonderschulen abgeschafft werden.

Im Gefolge dieser Weichenstellung ist in den nächsten Jahren mit einem erheblichen Bedarf an Sonderpädagogen und speziell ausgebildeten Lehrern zu rechnen.

In allen Bundesländern wurden inzwischen Modellschulen eingerichtet, die die Inklusion praktizieren.

In den nächsten Jahren sollen nun alle Grundschulen, danach auch die Sekundarstufe eins auf das Inklusionsmodell umgestellt werden. Im Jahr 2012 wurden in den Bundesländern bereits zwischen 20,2 Prozent (Bayern) und 49,9 Prozent (Schleswig-Holstein) der Kinder mit besonderem Förderbedarf nach dem Inklusionsmodell unterrichtet.

Die Kosten, die im Gefolge der Umstellung auf das Inklusionsmodell auf die deutschen Bildungshaushalte zukommen, ist immens: Der Bildungsökonom Klaus Klemm von der Universität Duisburg-Essen hat errechnet, daß sich die Kosten der Inklusion pro Jahr auf über 660 Millionen Euro belaufen. Die Kosten ergeben sich vor allem aus dem zusätzlichen Bedarf an Lehrern, Sonderpädagogen, Psychologen und Therapeuten.

Das Inklusions-Experiment stellt Schüler, Lehrer wie Eltern vor besondere zusätzliche Herausforderungen.

Dadurch, daß behinderte Schüler im regulären Klassenverband „mitgeschleppt“ werden müssen, werden leistungsstarke Schüler unterfordert, während leistungsschwächere Schüler überfordert werden. Frustration und Unzufriedenheit für alle Beteiligten sind die Folge und stehen einem der Ziele der Inklusion, einem „solidarischen“ Klassenverband unter Einschluß behinderter Schüler, letztlich genau entgegen. Schulexperten warnen vor dem Entstehen „klasseninterner Subsysteme“, die zu Mobbing und spezifischen Konflikten führen können. Dies ist auch der Grund, weshalb immer mehr Eltern- und sogar Behindertenverbände Sturm gegen die flächendeckende Einführung der Inklusion laufen.

Gelegentlich wird von Inklusions-Befürwortern das Argument vorgebracht, daß der gemeinsame Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Schülern Kosteneinsparungen ermögliche. Eine Antwort des brandenburgischen Bildungsministeriums hat jedoch ergeben, daß die Umsetzung der Inklusion allein in Brandenburg Mehrkosten in Höhe von 265 Millionen Euro mit sich bringen würde. Allein in Brandenburg wären mindestens 5.300 neue Lehrerstellen notwendig – und das angesichts eines bereits jetzt eklatanten Lehrermangels. Schon heute müssen in einigen Ländern zehn Prozent der Unterrichtsstunden ersatzlos ausfallen. Diese Situation wird sich nochmals drastisch verschärfen, wenn der Lehrerbedarf durch die Inklusion künstlich nach oben getrieben wird.

Auch internationale Studien legen den Schluß nahe, daß für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf und Verhaltensauffälligkeiten Spezialschulen geeigneter sind, um ihne eine angemessene Förderung zuteil werden zu lassen.

Die Kosten, die den Eltern erwachsen, dürften ebenfalls steigen, da die spezielle Betreuung behinderter Kinder beispielsweise im Nachmittagshort kostenpflichtig ist, während sie im Leistungskatalog der bisherigen Förder- und Sonderschulen inbegriffen war. Die monatlichen Kosten belaufen sich dabei pro Kind auf bis zu 800 Euro.

Das Inklusionsmodell ist in den meisten Ländern bisher nur an Grundschulen umgesetzt worden; wie weiterführende Schulen eine gemeinsame Unterrichtung von behinderten und nichtbehinderten Schülern gewährleisten sollen, steht noch in den Sternen.

Auch die Bildungsgewerkschaft GEW weist auf die Risiken der Inklusion hin. Sie zieht die Qualität des gemeinsamen Unterrichts in Zweifel und prognostiziert, daß sich viele Lehrer überfordert sehen werden, den extrem unterschiedlichen Leistungsprofilen der Schüler gerecht zu werden.

Lehrerbefragungen untermauern diese Prognose. 70 Prozent der Förderschullehrer und 80 Prozent der Realschullehrer sehen der Einführung des gemeinsamen Unterrichts mit großer Skepsis entgegen.

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